Sind Extrovertierte wirklich innovativer als Introvertierte?
2018

Sind Extrovertierte wirklich innovativer als Introvertierte?

Der bekannte Kreativitätsforscher Mihaly Csikszentmihalyi soll einmal gesagt haben: „Kreative Menschen sind beides, introvertiert und extrovertiert, nur zu unterschiedlichen Zeiten. Sie brauchen andere Menschen, um die eigenen Ideen noch besser zu machen und gleichzeitig auch in der Lage sein sich zurückziehen zu können, um ihre Ideen reifen zu lassen.

Wenn Sie die Begriffe Extrovertiertheit und Introvertiertheit hören, was denken Sie dann?
Lauter – Leiser, schnell – langsam, Energischer – sanfter, Ideen sprudeln – Ideen tröpfeln.
Mal ehrlich, geht es Ihnen auch so? Wir haben Vorurteile bei diesen beiden Persönlichkeitsphänomenen. Man kommt schnell zum Schluss, dass Extrovertiertheit eine höhere Wertschöpfung generiert.

Wie schätzen Sie sich selber ein? Eher Extrovertiert oder introvertiert? Angeblich haben es Extrovertierte leichter in Innovationsprozessen? Warum? Sie machen mehr von sich hören in dieser extrovertierten Welt.

Inzwischen gibt es interessante Literatur zur Frage, ob Introvertiertheit nicht zukünftig viel wichtiger wird. Susan Cain hinterfragt Ihrem Buch – „Still: Die Kraft der Introvertierten“- wie es dazu kommen konnte, dass Extrovertiertheit gesellschaftlich so wichtig geworden ist.

Eine konkrete Schlussfolgerung gibt bereits. Brainstormings werden immer weniger in Gruppen durchgeführt, sondern individuell. Erst danach gibt man sich Rückmeldungen und entwickelt die Ideen gemeinsam weiter. Es hat immer schon Brainstormingtechniken wie das Brainwriting gegeben, aber wer hätte das gedacht, dass diese introvertierte Form des Brainstormings mehr Output liefert.

Und wer sich mit der Frage auseinandersetzt eine introvertierte Person ins Team zu holen, sollte bedenken, JK Rowling und Michael Jordan gelten beide als Introvertiert.